November 26

Abseits von allem – Tag 2 Das Wetter hasst mich

Tag 2 begann eigentlich ziemlich unspektakulär. Kaum geschlafen, da in der Nacht hier irgendwelche Katzen der Ansicht waren, ein maunzisches Konzert abzuhalten das später wie eine Live Schaltung in ein SM Studio klang. Hinzu kommt dann noch, das eine neue Umgebung, Bett etc. die ersten Nächte eh nicht sonderlich Schlaf fördernd sind.

Man macht sich also Kaffee und versucht auch die restlichen Zentimeter der Augenlider hoch zu bekommen. Der Plan für den Tag: Hauptsache raus und mal sehen, vielleicht ergeben sich ein paar nette Bilder. Plan gefasst, gefrühstückt und ab unter die Dusche. Man kommt raus, zieht sich an und will gerade losgehen: Regen! Wie zum Henker kann es sich in so kurzer Zeit so zu ziehen? Plan also erstmal für´s Heck, schön..schreiben wir Tagebuch und arbeiten ein wenig.

Irgendwann hörte es endlich auf zu Regnen und man konnte sogar mal etwas sehen das sich „Sonne“ nennt. Also schnell raus und mal den Ort selbst erkunden. Ich weiß es nicht, vielleicht bin ich zu unkreativ aber ich war nicht in der Lage ein gescheites Motiv zu finden das man hätte knipsen können. Alles nass, durchgeweicht und matschig hier, nichts wo man sagen würde „Hey lass uns den Haufen Matsch da drüben fotografieren und dann in Lightroom optisch aufwerten. Nebenbei wo wir gerade von Lightroom sprechen…irgendwas muss bei der Installation schief gegangen sein, denn als ich LR starten wollte, bekam ich eine ziemlich nervige Fehlermeldung, das einige Installationsdateien korrupt seien. Super…und mit dem Internet hier, das „mal eben“ runter ziehen kann man quasi vergessen. Eventuell werfe ich den Download vom Heimserver in der Nacht an und bete, das es bis zum Morgen fertig ist.

Osterrath als solches ist eigentlich recht schön und vor allem ruhig. Allerdings scheinen hier alle Straßen irgendwas mit Blumen oder etwas Landwirtschaftlichem zu tun zu haben. Rosenweg…Azaleenweg…Ackerstraße…Kornweg…

Aber auf seinem Spaziergang durch den Ort kommt man dazu, über viele Dinge nachzudenken. Auch blickt man auf sein bisheriges Leben und fragt sich, wie es wohl weiter verlaufen wird. Die Pläne und Wünsche die man hatte, sind diese noch realistisch? Ist es wirklich noch das was man will? Und wenn ja, sind diese überhaupt noch erreichbar?

Auf dem Weg nach „Hause“ war ich dann noch kurz bei Netto rein, weil auch wenn man keinen Hunger hat muss man ja irgendwas essen, oder zumindest etwas da haben das man essen könnte wenn man denn will. Netto in Osterrath scheint so das Ghettonetto zu sein. Rufe von „Ey jo check mal die Gurken hier aus“ oder eine Oma die mich quasi mit ihrem Einkaufswagen umfuhr und dann noch meckerte, ich solle doch gefälligst aufpassen wo ich hin renne. Der Plan für das Abendessen war also etwas Salat und ein Joghurt. So steht man vor der Kühltheke und fragt sich welcher Joghurt es denn sein soll, als plötzlich irgendwas ganz fest mein linkes Bein umklammert. Noch ehe ich nach unten sehen konnte was das war, hörte ich eine Kinderstimme sagen: „Papa, kann ich die Smarties haben?“ Der Knirps dürfte etwa 6 oder 7 gewesen sein hellblonde Haare mit einer Latzhose. Ich war irgendwie ziemlich überrascht und platt für den Moment aber ehe ich etwas sagen konnte, guckte der Knirps zu mir hoch und erkannte schließlich das ich nicht sein Papa bin. Er lief hochrot an und flitzte davon. Hab ihn schließlich an der Kasse mit seinem Papa wieder getroffen, grinste ihn an und der Kleine drehte sich peinlich berührt weg und schämte sich. Ich scheine sowas irgendwie an zu ziehen, denn ist es nicht das 1. mal das mir sowas passiert.

Wieder in der Wohnung angekommen, gab es etwas Fernsehen und den Joghurt dazu. War das Fernsehprogramm eigentlich schon immer so jenseits von Realität? Da muss man sich wirklich nicht wundern, wenn die Deutschen immer mehr verdummen.

Gegen Abend dachte ich dann ich träume..da kam doch tatsächlich ein klein wenig Schnee runter. Nicht viel und alleine davon zu träumen das es liegen bleibt ist absolut dumm aber dennoch kommt man nicht umher, zu grinsen und sich weiße Weihnachten zu erhoffen.

snow

Naja mal sehen was Tag 3 dann so bereit hält, ich hatte einiges auf meiner To Do Liste aber wie am Tag davor bereits gelernt, sind Pläne meist Mist wenn das Wetter nicht so möchte wie man selbst.

Da es also keine Bilder gibt hier der Kühlschrank des Todes.

IMG_0259



Copyright 2017. All rights reserved.

Veröffentlicht26/11/2015 von StefanBasen in Kategorie "Blog

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.