Februar 27

Raspberry Pi2 – Ist das Technik oder kann das weg?

So manch einer hatte vielleicht wie ich schon mal die Idee, sich einen kleinen Rechner an den Fernseher an zu schließen um zb. wie in meinem Fall Musik und Video Dateien streamen zu können. Nun könnte man sich einen kleinen PC zusammen bauen, doch selbst der würde im günstigsten Fall 100 Euro aufwärts kosten plus Strom. Aber hier naht die Rettung: Der Raspberry Pi2

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Der Kleine sieht erstmal unspektakulär aus, besitzt aber alles was man braucht um ihn in viele Dinge zu verwandeln. In meinem Fall wird es zum einen eine Multimedia Station und eine Retro-Konsole

Aber hier erstmal die technischen Daten des Kleinen:

  • Broadcom BCM2836 ARMv7 Quad Core Processor
  • Computer Takt 900MHz
  • 1GB RAM Arbeitsspeicher
  • 40pin erweiterte GPIO Schnittstelle
  • 4 x USB 2.0 Ports
  • 4 polige Klinken Buchse für Stereo Audio Ausgang mit Composite Video Port
  • „Full size“ HDMI Videoausgang
  • CSI Anschluss für die Raspberry Pi Kameras
  • DSI Display Port zum Anschluss von Touch Screen Display
  • Micro SD Kartenslot zum Laden des Betriebssystems und zum Daten speichern
  • Micro USB Anschluss zur Stromversorgung
  • 10/100 Ethernet Port

Man sieht also, eine menge Anschlüsse und Möglichkeiten.

Was kostet das ganze fragt sich der eine oder andere eventuell gerade. Hier eine kleine Kostenaufstellung Stand 27.02.2016:

Raspberry Pi 2 : 37,89€
Gehäuse inkl. Netzteil und Kühler: 12,99€
M
aus und Tastatur via USB oder so wie ich es gemacht habe per Mini Tastatur&Touchpad Kombi: 17,99€
HDMI Kabel: 7,99€
Micro SDHC Karte 8GB oder 16GB : 6,99€ bzw. 8,99€ ( wichtig zu erwähnen ist, das eine Class 10 Karte empfohlen wird aufgrund der Geschwindigkeit. Aber auch ältere Micro SD-Karten funktionieren, allerdings dauert das Booten dann mitunter etwas länger. Wer also eine Micro SD-Karte noch vom Handy hat zB. kann diese auch verwenden und ein paar Euro sparen.
Wlan Adapter : 7,99€ ( dieser ist nur nötig falls ihr das ganze per Wlan ins heimische Netzwerk einbinden wollt statt per Kabel )
Gamepad für die Retro Konsole: 9,32€

Fertig zusammen gebaut und verkabelt sieht das ganze dann so aus:
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Auf dem Bild wirkt das ganze ziemlich groß, ist in Wirklichkeit aber etwa so groß wie eine normale Schachtel Zigaretten.

Der nächste Schritt wäre nun also sich das passende OS raus zu suchen. Es gibt viele, die der Ansicht sind das man als Anfänger 2 Micro SD Karten haben sollte und dann je eine für die Retro Konsole verwenden soll und eine für das Multimedia Center. Es ist aber auch möglich, beides auf eine Karte zu bekommen allerdings empfehle ich da dringend eine 16GB Micro SD-Karte ( 2x8GB je OS ). Per Google findet man reichlich Anleitungen und Möglichkeiten sogar Android ist möglich auf dem Raspberry. Da Microsoft das Potenzial dieser Mini Computer erkannt hat, gibt es mittlerweile sogar eine Windows 10 Version speziell dafür. Diese heißt Windows 10 IOT ( Internet of Things )

Meine Wahl fiel auf Retropie für die Konsole und OSMC für die Multimedia Sachen. Als Multiboot Manager kommt Berryboot zum Einsatz.
Ich werde an dieser Stelle keine Anleitung verfassen wie man die Betriebssysteme auf die Karten bekommt bzw. beide auf eine Karte. Per Google sind dafür reichlich How-To´s im Internet zu finden. Es sei denn, es wünscht jemand eine Anleitung, dann lasse ich mich eventuell hinreißen 😉

Nach dem kopieren des OS auf die Karte wurde es spannend, bootet der Kleine und wenn ja, erkennt er auch alles?

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Und siehe da, ja er bootet und überraschenderweise hat der PI sogar meinen Xbox Controller sofort erkannt und konfiguriert.

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Wenige Sekunden später : ERFOLG!

RetroPie beinhaltet folgende Emulatoren:

  • Amiga (UAE4ALL)
  • Apple II (LinApple)
  • Atari 800 (Atari800)
  • Atari 2600 (RetroArch/Stella)
  • Atari ST/STE/TT/Falcon (Hatari)
  • Apple Macintosh (Basilisk II)
  • C64 (VICE)
  • Amstrad CPC (#CPC4Rpi)
  • Final Burn Alpha (RetroArch/PiFBA, RetroArch/FBA)
  • Game Boy (RetroArch/Gambatte)
  • Game Boy Advance (GpSP)
  • Game Boy Color (RetroArch/Gambatte)
  • Sega Game Gear (Osmose)
  • Intellivision (jzIntv)
  • MAME (RetroArch/mame4all-pi, RetroArch/mame4all)
  • MSX (openMSX)
  • PC – x86 (rpix86)
  • NeoGeo (PiFBA, GnGeo)
  • Nintendo Entertainment System (RetroArch/FCEUmm)
  • Nintendo 64 (Mupen64Plus-RPi)
  • TurboGrafx 16 – PC Engine (RetroArch/Mednafen/pce_fast)
  • Ports
    – CaveStory (RetroArch/NXEngine)
    – Doom (RetroArch/PrBoom)
    – Duke Nukem 3D (eDuke)
  • ScummVM
  • Sega Master System / Mark III (RetroArch/Picodrive, Osmose, DGen)
  • Sega Mega Drive / Genesis (RetroArch/Picodrive, DGen)
  • Sega Mega-CD / CD (RetroArch/Picodrive, DGen)
  • Sega 32X (RetroArch/Picodrive, DGen)
  • Playstation 1 (RetroArch/PCSX ReARMed)
  • Super Nintendo Entertainment System (RetroArch/Pocket SNES, snes9x-rpi)
  • Sinclair ZX Spectrum (Fuse, FBZX)

An dieser Stelle eine kleine Anmerkung: die Roms für zB. SNES oder Gameboy sind per Google Suche leicht zu finden. Auf Anfrage werde ich entsprechende Links weiter geben. Allerdings werde ich diese hier nicht posten, da es sich dabei um eine „Grauzone“ handelt.

Nachdem alles eingestellt war, musste ich unbedingt das SNES System testen und eine meiner Jugenderinnerungen aufleben lassen:
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Sehr praktisch ist auch, das man per Netzwerkumgebung einfach Roms auf den PI rüber kopieren kann. Der PI agiert im Windows Netzwerk wie ein normaler Rechner.

Fazit: für kleines Geld ist mit dem PI sehr viel möglich. In Raspberry Foren gibt es zb. auch Anleitungen um ein Ambi-Light System daraus zu bauen ( bekannt von den Philips Fernsehern ), oder auch eine Digitalkamera oder ein Smartphone.

Update: kurz nach Veröffentlichung dieses Post wurde bekannt gegeben, das demnächst der Raspberry PI3 raus kommt. Dieser ist einen Hauch schneller ( 4×900 MhZ Vs. 4x 1,2 GhZ )und besitzt gleich eingebautes WLan ( b/g/n ), womit oben geposteter Wlan Adapter dann natürlich unnötig ist. Der Preis vom PI3 bleibt aber noch abzuwarten.