Januar 11

Hart…Härter…Flixbus!

Wer bis dato von A nach B reisen wollte innerhalb Deutschland, der hatte eigentlich nur 3 Möglichkeiten: Entweder selbst fahren, mit der deutschen Bahn fahren oder fliegen. Und je nachdem was man wann, wie und wo buchte kam man entweder günstiger weg, oder musste ein Organ verkaufen um die Reise bezahlen zu können. Mittlerweile hat sich aber eine 4. Option dazu gesellt: Fernbusse.

Fernbusse sind was die Preise angeht, quasi nicht zu schlagen. In meinem Fall waren es 49 Euro hin und zurück. Doch wo ist der Haken? Die Pro´s und Cons, sowie meine persönliche Erfahrung dazu gibt in folgenden Zeilen zu lesen.

Fangen wir also vorn an:

Das Buchen:

Das geht ganz unproblematisch entweder per Homepage, oder aber per Flixbus App. Registrieren, angeben wann man wo hin will und man bekommt dann eine Liste an möglichen Fahrten ausgespuckt und bekommt auch gleich den Preis angezeigt, der für die jeweilige Fahrt abgerufen wird. Man kann eine Einzelfahrt buchen, oder auch Hin & Rückfahrt zusammen. Zum bezahlen werden einem die üblichen Verdächtigen a la Paypal, Kreditkarte oder Abbuchen angeboten. Die Tickets bekommt man dann entweder direkt auf die App oder man muss diese ausdrucken. Aber es ist auch möglich, die Tickets einfach nur als PDF auf dem Smartphone zu haben.

Check-in & die Sache mit dem Gepäck:

Flixbus verlangt, dass man 15 Minuten vor Abfahrt da sein soll. In meinem Fall allerdings war der Bus selbst 5 Minuten vor Abfahrt noch nicht da. Das Gepäck muss man selbst in den Laderaum werfen, wobei da auch getrennt ist je nachdem wo man aussteigt. Nebenbei sei erwähnt, dass pro Mitfahrer ein Koffer sowie ein Teil Handgepäck gestattet ist. Auf meinen Koffer wurden allerdings einfach andere Koffer drauf geworfen, was im Fall von zerbrechlichen Gegenständen schnell in Mord & Totschlag endet.

Der Check-in selbst läuft nach dem Muster „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ ab. Jedes Ticket hat einen QR Code, den der Fahrer mit seinem Handy abließt und so prüft ob das Ticket gültig ist. Danach darf man einsteigen und sich einen Sitzplatz aussuchen.

Komfort, Wlan und die mobile Gaskammer:

Ihr sucht immernoch den Haken oder? Oder hier kommt er: Die Sitze sind sowas von unbequem, dass ich mir nach der ersten Stunde der Fahrt bereits gewünscht hätte, ich hätte sowas wie ein Sitzkissen oder ähnliches mitgenommen. Man hatte eigentlich das Gefühl, auf völlig durchgesessenen Sitzen Platz zu nehmen. Aber immerhin gab es mehr Beinfreiheit als in den meisten Fliegern gen Sonne.

Das Wlan im Bus war eine Mischung aus „Echt jetzt?“ und „Ah okay, verstehe“. Ersteres, weil manchmal aus irgendwelchen „Gründen“ Webseiten einfach geblockt wurden und letzteres, weil keiner der hiesigen Streamingdienste funktionierte, nichtmal Youtube. Klar, bei 25+ Mitfahrern im Wlan, und alle gucken irgendwas bei Netflix…sowas lässt das Wlan dann sicherlich auch schonmal zusammen brechen, aber Internetseiten sperren, die weder irgendwas mit Streaming zu tun haben oder Downloads? Immerhin funktionierte Whatsapp , und die meisten Spiele auf dem Handy funktionierten ebenfalls.

Kommen wir zu einem heiklen Thema dem „Board-Klo“. Ich persönlich bin kein Fan von öffentlichen Klo´s, denn man weiß nie was einen erwartet und meistens eben nichts Gutes. Jeder Bus bei Flixbus besitzt diese mobile Gaskammer. Warum ich das Ding so nenne? Nun…stell dir folgende Situation vor: Du musst dringend, und vor dir war jemand auf dem Micro-Klo und hat ein Ei gelegt..ich glaube ich muss an dieser Stelle nicht weiter erzählen um zu verdeutlichen was ich meine.  Immerhin wurde an einer Haltestelle das Klo von Personal gereiningt. Aber generell galt „Hinterlasse es so wie du es vorfinden möchtest“. Ich entschloss mich also eher dazu wenig zu trinken, und bis zum Ende der Fahrt einzuhalten, was wenn auch knapp geklappt hatte. Auf der Rückfahrt wurde das Klo nebenbei erwähnt nicht gereinigt irgendwo.

Fazit:

Prinzipiell hat Flixbus & Co durchaus seine Daseinsberechtigung, wenn man auf den Preis guckt. Allerdings sollte man neben ordentlichem Sitzfleisch auch noch eine Engelsgeduld haben. Warum? Nun, man sitzt ziemlich nah bei einander und so geschah es zb auf der Hinfahrt, dass ich einen verkappten Finnen ( oder was auch immer das war ) neben mir sitzen hatte, der sich über die Lautstärke meiner Musik beschwerte. Es wunderte mich so gar nicht, wenn ich mir seine 5€ Knopfkopfhörer ( nicht die In-Ear Dinger sondern die Dinger die man sich so ins Ohr hängt aus Hartplastik ) ansah, dass der meine Musik mit genießen durfte. Irgendwann stieg dieser aus, und ich hatte einen zunächst Okay scheinenden Typen neben mir. Dieser schlief allerdings irgendwann ein, machte es sich auf meiner Schulter gemütlich und fing an zu sabbern. Eine simulierte „Baustelle“ und der damit verbundene Stoß meiner Schulter weckte ihn schließlich auf, und ich war ihn los. Auf der Rückfahrt ähnliches…ein junges Paar musste sich leider getrennt setzen, da einfach keine eigene Sitzreihe mehr frei war. So kam es, dass eine zierlich Asiatin neben mir Platz nahm, welche auch irgendwann einschlief und meine Schulter als Kissen gebrauchte.

Ihr seht also, ohne ein wenig Geduld und „Nettigkeit“ ( hätte der Finnentyp nochwas gesagt, hätte ich ihn zu seinem Handgepäck in den Stauraum gestopft ), sollte man sich mit dem Thema Flixbus auch gar nicht erst auseinander setzen. Auch sollte man keine Angst vor Menschenmassen haben ( der Bus war trotz 23. Dezember komplett voll ) oder körperlicher Nähe mit Fremden ( beides Dinger die ich gar nicht mag, aber das weiß man vorher auch nicht ).

An dieser Stelle sei auch noch der Fahrer der Hinfahrt erwähnt. Dieser war nicht nur schlecht gelaunt, sondern gab in der Sprechanlage des Busses folgendes von sich: „Tja wir sollten um 14.30 an Bahnhof X ankommen, aber packen wir eh nich weil alles scheiße und Straßen voll…und habter Pech, habt mich nun an der Backe. Gute Fahrt!“

Preislich geht Flixbus auf jeden Fall in Ordnung. Aber man muss sich bewusst sein, auf was man sich einlässt und einen erwartet. Fliegen hätte Hin und zurück gut 80 Euro gekostet, aber den Vogel schießt die Deutsche Bahn mit 152€ für 2. Klasse ohne Sitzplatzreservierung ab.

November 26

2016 ist tot…es lebe 2016!

Verwirrt? Sehr gut!

Der November ist quasi rum, und die ersten fangen mit ihren „Review 2016“ bzw. „Rückblende 2016“ an…also warum nicht auch ich?

Und Himmel, was war dieses Jahr nur alles los? Trump Präsident, Brexit und der Putschversuch in der Türkei. Und dann noch die ganzen gestorbenen Künstler wie zb. Bud Spencer, Götz George und Alan Rickman. Als hätten sie geahnt, was da alles auf die Menschen zu kommt nach dem Motto „fuck this shit im out“.

Hier meine Liste der erwähnungswürdigen Verstorbenen:

David Bowie – 10. Januar
Alan Rickman – 14. Januar
Peter Lustig – 23. Februar
Guido Westerwelle – 18. März
Muhammad Ali – 3. Juni
Götz George – 19. Juni
Bud Spencer – 27. Juni
Leonard Cohen – 7. November

Und 2016 war auch persönlich eine verdammte Achterbahnfahrt. Kämpfe mit sich selbst aber auch mit anderen und wegen anderen.  Vielleicht kennt ihr dieses Gefühl, dass man sich fragt „warum oder wofür hab ich das jetzt gemacht“? Ich glaube noch nie in meinem Leben hatte ich diesen Zustand so oft wie in diesem Jahr. Wären manche Menschen in diesen Momenten nicht da gewesen, wäre ich hoffnungslos baden gegangen. An dieser Stelle danke euch für eure Freundschaft, euren Eifer mir in den Arsch zu treten aber auch Trost zu spenden und zu unerstützen. Ohne euch, hätten die letzten Monate wie Steine in meinem Magen gelegen.

Danke wirklich Leute, aus tiefstem Herzen.! ( Ich denke ich muss hier keine Namen nennen 😉 )

Nur noch ein paar Wochen, und 2016 ist Geschichte. Ich bin nicht traurig darüber im Gegenteil. Aber scheinbar möchte 2016 noch mit einigen Überraschungen das Land verlassen. Denn aus dem nichts tauchen plötzlich Menschen auf, die große Fußspuren in der Seele hinterlassen. So große, dass man sich fragt „Wo zum Henker warst du mein ganzes Leben über?“. Solltet ihr bereits so einen Menschen in eurem Leben haben, hier mein Rat für euch: Lasst die Person niemals gänzlich gehen! Menschen wie diese sind es, die das Leben für einen selbst erst vollständig machen. Kämpft um diese Menschen wie eine Löwin um ihr Neugeborenes, denn sie sind es wert.

Aber nicht alles war grundsätzlich schlecht in 2016. Denn auch wenn viele Erfahrungen schmerzhaft waren, so hat man dennoch immer wieder etwas gelernt. Sei es über einen selbst, oder im Umgang mit anderen. 2016 hat mir ein deutlich dickeres Fell beschert und mein Verstand ist schärfer denn je, und das werden einige Leute in meinem Umfeld auch sehr schnell merken.
Wenn 2016 also irgendwas war, dann sehr lehrreich.

2017 wird spannend für mich. Soviel zu tun, soviel zu erleben,soviel zu Leben und soviele Möglichkeiten. Zwar gibt es noch kleinere Hürden die erledigt werden müssen, aber ich werde mit Anlauf in 2017 rein springen und die gewaltigste Arschbombe hinlegen die man je gesehen hat.

Jetzt kommt erst einmal Weihnachten und ich bin schwer gespannt wir das wird.

Ich für meinen Teil kann 2017 kaum erwarten.

Und in diesem Sinne: